Forward-Darlehen bezeichnen Kredite, die in der Zukunft ausbezahlt werden, deren Konditionen – also Laufzeit, Zinssatz und Zinsmodus sowie Rückzahlungsweise – bereits in der Gegenwart fixiert werden. Für Eigentümer und solche, die es werden möchten, bieten Forward-Kredite die Möglichkeit, sich günstige Konditionen in Niedrigzinsphasen zu sichern, auch wenn der Finanzierungsbedarf noch auf sich warten lässt, etwa weil in absehbarer Zeit eine Anschlussfinanzierung benötigt wird. Die Vorlaufzeit kann dabei mehrere Jahre betragen, so dass auch mittelfristige Planungen möglich sind. Abhängig von der Situation an den Kapitalmärkten wird auf den Forward-Zinssatz ein Aufschlag errechnet, der in der Regel mit der Vorlaufzeit wächst. Dennoch kann sich der Abschluss lohnen, wenn zu erwarten ist, dass das Zinsniveau bis zum Zeitpunkt der Darlehensauszahlung deutlich ansteigt.
Da im Hinblick auf das künftige Zinsniveau stets Unsicherheit besteht, sind Kreditnehmer gut beraten, die Zinsentwicklung aufmerksam zu verfolgen. Das Zinsniveau wird im Wesentlichen durch die Geldpolitik der Notenbank bestimmt, die sich wiederum an makroökonomischen Größen, insbesondere der Preisentwicklung und dem Wirtschaftswachstum, orientiert. Typischerweise werden die Zinsen in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation gesenkt und bei einer Verbesserung der konjunkturellen Situation wieder angehoben. Der Abschluss eines Forward-Darlehens macht deshalb besonders am Ende einer Abschwung-Phase Sinn, da hier die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Zinsanstiegs am wahrscheinlichsten ist.
Forward-Darlehen können genauso wie gewöhnliche Finanzierungen mit einer Zinsbindung ausgestattet sein und Sondertilgungen planmäßig oder flexibel vorsehen. Verbraucher sollten bei der Suche nach einem Forward-Darlehen unbedingt beachten, dass der Markt noch nicht so transparent ist wie der gewöhnlicher Hypothekenkredite und deshalb mitunter beträchtliche Unterschiede zwischen den Konditionen der einzelnen Banken bestehen.
