Finanzierungskonzept erstellen

Ein umfassendes Finanzierungskonzept ist für eine erfolgreiche Eigenheimfinanzierung unerlässlich. Es gilt dabei, eine möglichst kostengünstige und auf die jeweiligen Erfordernisse zugeschnittene Lösung zu realisieren. Zunächst sollte dabei erörtert werden, welche Investitionskosten zu tragen sind. Neben den voraussichtlichen Baukosten bzw. dem im Raum stehenden Kaufpreis sollten auch die zu erwartenden zusätzlichen Kosten, wie die Erwerbsnebenkosten oder die Kosten für einen Berater, einen Baubegleiter etc. berücksichtigt werden. Bei Bauvorhaben sollte im Hinblick auf die Kosten ein angemessener Aufschlag einkalkuliert werden, der möglichen Verteuerungen Rechnung trägt.

Stehen die Investitionskosten in etwa fest, geht es darum, die zur Verfügung stehenden Eigenmittel im Detail aufzulisten. Bausparguthaben gehören dazu genauso wie Bankeinlagen auf Tages- oder Festgeldkonten, Wertpapiere oder Vertragsguthaben in Riester-Verträgen. Keinesfalls jedoch sollten alle Vermögenswerte in die Finanzierung eingebracht werden. Auch Eigenheimbesitzer müssen stets eine eiserne Reserve in der Hinterhand halten, um unvorhergesehene Ausgaben decken zu könne, ohne dass ein teurer Ratenkredit aufgenommen werden oder der Dispositionskredit bei der Hausbank in Anspruch genommen werden muss.

Die Einkommenssituation und das Haushaltsbudget schließlich sind ebenfalls so detailliert wie möglich aufzustellen. Als Einkommen zählt dabei alles, was regelmäßig und auch in Zukunft verdient wird: Das Gehalt, Zusatzleistungen wie Kindergeld, sichere Zuwendungen von Verwandten (bspw. eine vorzeitige Auszahlung der Erbschaft in Gestalt einer monatlichen Rente) oder regelmäßige Kapitalerträge, wie etwa Zinsen oder Dividenden (die Quellen dieser Erträge dürfend dann freilich nicht als Eigenkapital deklariert werden). Die laufenden Einnahmen sind den Ausgaben gegenüberzustellen. Ausgaben sind dabei Kosten für Versicherungen, Strom, Kommunikation, die laufenden Lebenshaltungskosten (hier sollte für jede im Haushalt lebende Person eine angemessene Pauschale angenommen werden) sowie für die Altersvorsorge. Dem auf diese Weise errechneten Ausgabenbetrag sollte ein Sicherheitszuschlag im Umfang von 20 Prozent zugefügt werden. Die Differenz aus den Einnahmen und den Ausgaben ist die monatliche Summe, die für den Kapitaldienst zur Verfügung steht.

Im nächsten Schritt sind die monatlichen Kosten der Hypothek bzw. der gesamten Finanzierung zu errechnen. Der zu entrichtende Kapitaldienst hängt dabei vom bei Abschluss der Finanzierung geltenden Zinssatz sowie dem anfänglichen Tilgungssatz ab. Durch Variationen der Laufzeit kann die Belastung in gewissem Umfang an die persönlichen Erfordernisse angepasst werden. Sofern keine Zinsbindung vereinbart wird, sollte in jedem Fall klar sein, wie stark der Anstieg der Kreditraten ausfällt, wenn der zugrundegelegte Darlehenszinssatz ansteigt. Gerade zu Beginn einer Finanzierung ist eine langfristige Zinsfestschreibung jedoch dringend zu empfehlen.

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