Anschlussfinanzierungen

Anschlussfinanzierungen bezeichnen Kredite, mit denen andere, zu einem früheren Zeitpunkt aufgenommene Darlehen bei Fälligkeit abgelöst werden. Anschlussfinanzierungen sind im Rahmen vieler Eigenheim-Vorhaben notwendig, da innerhalb der ersten Zinsbindungsfrist oft nicht die gesamte Darlehensschuld getilgt werden kann. Ob sich mit der Aufnahme des Darlehens die Konditionen gegenüber dem alten Darlehen verbessern oder verschlechtern, hängt von den dann geltenden Konditionen des Marktes ab.

Im Rahmen einer Anschlussfinanzierung wird häufig das gesamte Konzept neu erarbeitet. Da zwischen der Aufnahme der ersten Hypothek und deren Fälligkeit oft Jahrzehnte vergehen, kann sich auch die finanzielle Situation der Kreditnehmer ändern. So steht vielen bei Beginn der Anschlussfinanzierung mehr verfügbares Einkommen zur Verfügung, da sich die berufliche Position verbessert hat und eventueller Nachwuchs auf eigenen Beinen steht. Es kann daher sinnvoll sein, den Tilgungssatz an die neue Situation anzupassen und die Rückzahlung des Darlehens zu beschleunigen.

Anschlussfinanzierungen müssen keineswegs bei der Bank aufgenommen werden, bei der auch die erste Hypothek abgeschlossen wurde. Vielmehr sollten die Konditionen verschiedener Banken berücksichtigt werden. Kreditinstitute machen sich die Treue ihrer Kunden häufig zunutze und unterbreiten ungünstige Angebote für die neuerliche Finanzierung.

Je nach der Preissituation am Kapitalmarkt und der insgesamt noch ausstehenden Darlehenssumme kann es bei Anschlussfinanzierungen sinnvoll sein, auf eine Zinsbindung zu verzichten. Diese ist mitunter mit erheblichen Aufschlägen auf den Zinssatz verbunden, die bei einer überschaubaren Restschuld nicht in Kauf genommen werden müssen. Zwar ist die variable Verzinsung mit dem Risiko sich verschlechternder Konditionen verbunden: Ein Anstieg der Zinsen aber führt in einem späten Stadium des Tilgungszeitraumes nur zu  – absolut betrachtet – geringen zusätzlichen Belastungen durch den laufenden Kapitaldienst, da wesentliche Teile der Hypothek bereits abbezahlt sind. Auch fallen die Zinssätze meist günstiger aus, da Anschlusshypotheken in der Regel einen Beleihungsauslauf von weniger als 60 Prozent des Immobilienwertes verzeichnen und das Ausfallrisiko der Bank entsprechend gering ist.

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